Dust 'n' Roll: Ein Morgen nach dem Festival
Fünf Uhr morgens im ROCKolymp. Die Legenden schlafen, das Publikum ist weg – und Kalle beginnt den härtesten Gig des Tages.

Fünf Uhr morgens. Der Himmel über dem Olymp wird grau, die Fackeln brennen runter, und irgendwo schnarcht ein Bassist im Gebüsch. Das ist meine Stunde.
Andere nennen es Aufräumen. Ich nenne es Dust 'n' Roll.
Die Setlist
Jeder Morgen hat bei mir eine Setlist. Wie ein richtiges Konzert:
- Opener: Pappbecher einsammeln. Hunderte. Tausende. Ich glaube, sie vermehren sich nachts.
- Die Ballade: einen einzelnen Turnschuh finden und mich fragen, wie jemand ohne ihn nach Hause gekommen ist.
- Das Solo: der Wischmopp und ich, allein auf der Hauptbühne. Kein Publikum. Nur Echo.
- Die Zugabe: das Tor am Festivaleingang aufschließen, bevor die ersten Fans kommen.
Warum ich das mache
Ganz ehrlich? Weil die Legenden das hier nie sehen. Die Bühne im Morgenlicht, leer und still, und für ein paar Minuten gehört sie nur mir.
Dann schnappe ich mir den Mopp wie ein Mikro, stelle mich ganz vorne an den Rand und sage zu niemandem: „Danke, ROCKolymp! Ihr wart großartig!“
Und der Olymp sagt nichts. Aber ich glaube, er hört zu.



