Stairway to the Hausmeisterraum

Kalle erklärt, warum die wichtigste Treppe des ROCKolymp nicht zum Himmel führt, sondern in den Keller – zu Wischmopp, Eimer und ewigem Ruhm.

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Die Hauptbühne: ein riesiger olympischer Tempel mit dunkler Leinwand, Musiker-Silhouetten im Gegenlicht und einer tobenden Menge. Links sitzt Kalle am Mischpult.

Jeder kennt die berühmte Treppe zum Himmel. Großer Song, lange Gitarrensoli, viel Nebel. Aber keiner redet über die andere Treppe. Die, die nach dem Konzert benutzt wird. Die Treppe zum Hausmeisterraum.

Ich nehme sie jeden Abend. 47 Stufen. Ich hab sie gezählt, als ich auf meinen ersten Plattenvertrag gewartet hab. Das war 1991. Ich warte noch.

Unten ist es ehrlich

Oben auf der Bühne stehen die Götter. Lord Lärmhammer schreit ins Mikro, die Verstärker-Witwen zünden ihre Gitarren an, und das Publikum tobt. Und wer sammelt hinterher die Plektren ein? Wer kratzt die Pyrotechnik vom Tempelboden? Wer findet den Schuh, den der Bassist nach dem dritten Stagedive vermisst?

Genau. Der Typ mit dem Zylinder.

Ruhm ist wie Konfetti. Sieht super aus, wenn er fällt. Aber irgendwer muss ihn wieder aufkehren.

Mein Hausmeisterraum

Unten habe ich alles, was ein Rockstar braucht:

  • einen Wischmopp namens „Holy Cleaner“
  • einen Eimer, auf dem „Tourbus 2“ steht
  • ein Radio, das nur einen Sender empfängt (und der spielt nur Balladen)
  • einen Stuhl, auf dem angeblich mal ein echter Gitarrengott gesessen hat

Den Stuhl hab ich vom Sperrmüll. Aber er sieht aus wie ein Gitarrengott-Stuhl. Das reicht.

Irgendwann, sagen sie, öffnet mein Reich für Besucher. Bis dahin müsst ihr mir einfach glauben. Wie immer.

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